Kurze Antwort: Die vier Qualitäten sind warm, kalt, feucht und trocken. Aristoteles und Galen stellten sie unter die vier Elemente und die vier Säfte. Jedes Element verbindet eine Temperaturqualität mit einer Feuchtigkeitsqualität, und jedes Tierkreiszeichen trägt dieselbe Signatur aus zwei Qualitäten. Wer das Raster versteht, sieht sofort, warum Feuer cholerisch und Wasser phlegmatisch ist.
Die meisten Menschen begegnen zuerst den vier Elementen und danach den vier Säften. Die klassischen Denker gründeten aber beide auf etwas Kleinerem. Vor Feuer, Luft, Wasser und Erde standen die Qualitäten: zwei entgegengesetzte Paare, die sich verbinden und alles Übrige hervorbringen. Dieser Beitrag zeigt dieses Raster, seine Herkunft und wie es unauffällig den ganzen Tierkreis prägt.

Zwei Paare, die eine Welt aufbauen
Das Schema ist alt und elegant. In Über Werden und Vergehen argumentierte Aristoteles, dass die vier sinnlich wahrnehmbaren Elemente nicht wirklich ursprünglich seien. Ursprünglich sind zwei Gegensatzpaare. Das erste ist warm und kalt: die aktiven Qualitäten, die auf die Materie einwirken. Das zweite ist feucht und trocken: die passiven Qualitäten, die beschreiben, wie Materie eine Gestalt hält. Warmes trennt und steigt auf, Kaltes sammelt und sinkt. Feuchtes fließt und breitet sich aus, Trockenes bleibt fest und klar umrissen.
Nichts kann zugleich warm und kalt sein, und nichts zugleich feucht und trocken. Jedes Element nimmt also genau eine Qualität aus jedem Paar. Daraus ergeben sich vier mögliche Verbindungen, und diese vier Verbindungen sind die Elemente selbst. Deshalb liegen die Qualitäten tiefer als die Elemente: Die Elemente sind das Ergebnis, die Qualitäten sind die Zutaten.
Wie die Qualitäten die Elemente erzeugen
Stellt man die beiden Paare im rechten Winkel zueinander, fügt sich das ganze System sauber zusammen. Jedes Element verbindet eine Temperaturqualität mit einer Feuchtigkeitsqualität. Benachbarte Elemente teilen eine Qualität, gegenüberliegende Elemente haben nichts gemeinsam.
| Element | Temperatur | Feuchtigkeit | Saft | Temperament | Tierkreiszeichen | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Feuer | Warm | Trocken | Gelbe Galle | Cholerisch | Widder, Löwe, Schütze | | Luft | Warm | Feucht | Blut | Sanguinisch | Zwillinge, Waage, Wassermann | | Wasser | Kalt | Feucht | Schleim | Phlegmatisch | Krebs, Skorpion, Fische | | Erde | Kalt | Trocken | Schwarze Galle | Melancholisch | Stier, Jungfrau, Steinbock |
Liest man eine Zeile quer, hält die Logik stand. Feuer ist warm und trocken. Es ist damit das aktivste und am wenigsten nachgiebige Element: rasch entflammt und langsam darin, Feuchtigkeit zu halten. Wasser ist sein genaues Gegenteil, kalt und feucht, empfänglich und formlos. Luft und Erde teilen je eine Qualität mit ihren Nachbarn. Genau deshalb konnte das klassische Schema auch den Wandel beschreiben: Feuer kann zu Luft abkühlen, Luft kann sich zu Wasser verdichten, weil beide weiterhin eine Qualität gemeinsam haben. Gegenüberliegende Elemente teilen nichts und galten deshalb als am schwersten zu versöhnen. Was jedes Element in einem Horoskop bedeutet, zeigt der größere Zusammenhang in die vier Elemente in der Astrologie.
Von den Qualitäten zu den Säften und zum Temperament
Galen übertrug diese Physik auf den Körper. In seiner Schrift über die Temperamente hielt er fest: Die Konstitution eines Menschen, seine krasis oder Mischung, ist ein bestimmtes Gleichgewicht derselben vier Qualitäten, ausgedrückt durch die vier Säfte. Blut ist warm und feucht, gelbe Galle warm und trocken, schwarze Galle kalt und trocken, Schleim kalt und feucht. Welche Mischung vorherrscht, entscheidet über die vier Temperamente: sanguinisch, cholerisch, melancholisch und phlegmatisch. Weil die Säfte genau dieselben Qualitäten tragen wie die Elemente, deckt sich das medizinische System vollständig mit dem elementaren. Das ist die Mechanik hinter den vier Temperamenten und den vier Elementen. Islamische Ärzte wie Avicenna trugen dasselbe Raster weiter, wie Avicenna und die astrologische Medizin beschreibt.
Die Zeichen tragen dieselbe Signatur
Hier erbt die Astrologie das Raster direkt. Jedes Tierkreiszeichen gehört zu einem Element und trägt darum die zwei Qualitäten dieses Elements. Der Widder ist warm und trocken, weil er ein Feuerzeichen ist. Der Krebs ist kalt und feucht, weil er ein Wasserzeichen ist. So geht es durch das ganze Rad. Ptolemäus beschreibt die Zeichen im Tetrabiblos mit genau diesen Begriffen und nennt sie warm, kalt, feucht oder trocken. Die Planeten in ihnen deutet er teilweise danach, ob ihre eigene Natur mit der Qualität des Zeichens übereinstimmt oder ihr widerstreitet.
Die elementaren Triplizitäten fassen die Zeichen eines gemeinsamen Qualitätenpaares zu Dreiergruppen zusammen. Jede Triplizität hat ihre eigenen Triplizitätsherrscher, die sie bei Tag, bei Nacht und als Teilhaber regierten. Über die Qualitäten legt sich ein zweites Raster der Bewegung, die kardinalen, fixen und veränderlichen Modalitäten. So liest man ein Zeichen zugleich als Qualitätenmischung und als Handlungsweise. Der warme und trockene Widder ist kardinales Feuer, der warme und trockene Löwe ist fixes Feuer, der warme und trockene Schütze ist veränderliches Feuer: dieselben Qualitäten, ein anderes Tempo.
Das Ausgleichen der Qualitäten in der klassischen Praxis
Gesundheit galt als gutes Gleichgewicht der Qualitäten. Die klassische Antwort auf ein Ungleichgewicht bestand deshalb darin, die entgegengesetzte Qualität anzuwenden. Einen Zustand, den man als warm und trocken beurteilte, behandelte man mit kalten und feuchten Dingen, nach dem Grundsatz, dass Gegensätze durch Gegensätze geheilt werden. Speisen, Kräuter, Jahreszeiten und selbst Planetenstunden wurden nach Qualität geordnet. So konnte eine Lebensordnung einen Menschen zu seiner richtigen Mischung zurückführen. Das ist die Überlegung hinter der astrologischen Ernährung nach Temperament, bei der die Kost zu den vorherrschenden Qualitäten des Körpers passen soll.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die vier Grundqualitäten?
Es sind warm, kalt, feucht und trocken, angeordnet als zwei entgegengesetzte Paare. Warm und kalt sind die aktiven Qualitäten, feucht und trocken die passiven. Jedes Element und jeder Saft verbindet je eine Qualität aus jedem Paar. Deshalb liegen diese vier unter den Elementen und nicht neben ihnen.
Wie hängen die Qualitäten mit den vier Elementen zusammen?
Jedes Element ist eine eigene Verbindung: Feuer ist warm und trocken, Luft warm und feucht, Wasser kalt und feucht, Erde kalt und trocken. Benachbarte Elemente teilen eine Qualität und können ineinander übergehen, gegenüberliegende teilen keine. Die Qualitäten sind die Zutaten, die Elemente das Ergebnis.
Welche Qualität hat mein Tierkreiszeichen?
Ihr Zeichen folgt seinem Element. Feuerzeichen (Widder, Löwe, Schütze) sind warm und trocken. Luftzeichen (Zwillinge, Waage, Wassermann) sind warm und feucht. Wasserzeichen (Krebs, Skorpion, Fische) sind kalt und feucht. Erdzeichen (Stier, Jungfrau, Steinbock) sind kalt und trocken.
Erkunden Sie Ihr eigenes Gleichgewicht
Um zu sehen, wie die Elemente und ihre Qualitäten über Ihre eigenen Stellungen verteilt sind, erstellen Sie ein kostenloses Geburtshoroskop. Oder lesen Sie Ihre Konstitution durch einen Gesundheitsbericht, der auf dem klassischen Temperament beruht. Für weitere traditionelle Technik, schlicht erklärt, stöbern Sie im Blog, und halten Sie all dies als Geschichte und Selbsterkenntnis.
