Kurze Antwort: Das Tacuinum Sanitatis war ein mittelalterliches Gesundheitshandbuch, das aus Ibn Butlans Taqwim al-sihha aus dem elften Jahrhundert hervorging. Es ordnete das Wohlbefinden um die sechs Non-Naturalia: Luft, Speise und Trank, Bewegung und Ruhe, Schlaf, Ausscheidung und die Gemütsregungen, jeweils abgestimmt auf dein humorales Temperament.
Bevor es Diätbücher gab, gab es die Regel, das Ordnen des täglichen Lebens, um den Körper im Gleichgewicht zu halten. Ihr schönster Ausdruck ist das Tacuinum Sanitatis, ein Gesundheitshandbuch, das so reich illustriert ist, dass seine Garten- und Küchenszenen heute für sich genommen berühmt sind. Unter den Bildern liegt eine ganze Lehre davon, wie man gemäß dem Temperament gut lebt.

Ein Gesundheitshandbuch von Bagdad bis in die Lombardei
Das Buch geht auf das Taqwim al-sihha, den "Almanach der Gesundheit", zurück, den der christliche Arzt Ibn Butlan im elften Jahrhundert in Bagdad verfasste. Er ordnete die gesamte praktische Medizin als Tafel an, jedes Element mit seiner Natur, seinem Grad und seinem Mittel gegen den Schaden. Ins Lateinische als Tacuinum Sanitatis übersetzt, wurde es um 1390 in Norditalien abgeschrieben und prachtvoll ausgemalt, wobei jeder Eintrag, eine Frucht, ein Wind, eine Jahreszeit, eine Tätigkeit, eine ganzseitige Miniatur erhielt. Es steht in derselben Tradition der gelehrten Medizin, die Europa von Avicenna erbte.
Die sechs Non-Naturalia
Der Rahmen der Regel war Galens res non naturales, die sechs "Non-Naturalia", jene Dinge, die weder Teil des Körpers noch Krankheit sind, aber die Gesundheit dadurch prägen, wie man mit ihnen umgeht. Halte sie in Ordnung, und das Temperament bleibt ausgeglichen; lasse sie ins Übermaß laufen, und es gerät aus dem Lot.
| Die sechs Non-Naturalia | Was sie umfassten | | --- | --- | | Luft und Umgebung | Klima, Winde, die Beschaffenheit des Ortes, an dem du lebst | | Speise und Trank | Ernährung, jedes Element heiß oder kalt, feucht oder trocken, nach Grad | | Bewegung und Ruhe | Betätigung und ihr Gegenteil | | Schlaf und Wachen | Dauer und Zeitpunkt der Ruhe | | Fülle und Ausscheidung | Was der Körper aufnimmt und was er abgibt | | Die Leidenschaften der Seele | Freude, Zorn, Furcht, Kummer und ihre körperlichen Wirkungen |
Nach Temperament und Element lesen
Jeder Eintrag im Tacuinum wurde nach den vier Qualitäten und einem Grad der Intensität bewertet, sodass Salat kalt und feucht war, Pfeffer heiß und trocken, und jeder trug eine Anmerkung dazu, wem er zusagte und wie man seinen Schaden ausgleicht. Es ging stets um die Personalisierung. Eine heiße, trockene cholerische Konstitution und eine kalte, feuchte phlegmatische verlangten entgegengesetzte Regeln, kühlende Speisen für die eine, wärmende für die andere, nach derselben Logik, die der astrologischen Ernährung nach Temperament zugrunde liegt. Das Gleichgewicht wurde durch Gegensätze wiederhergestellt, indem man nährte, was fehlte, und milderte, was im Übermaß vorhanden war.
Wo die Sterne ins Spiel kamen
Die Regel war astrologisch bis ins Mark. Die vier Qualitäten sind dieselben vier, die die Zeichen in die vier Elemente einteilen, und die Jahreszeiten, jede mit ihrem Element, verlangten nach ihrer eigenen Ernährung und Betätigung. Ärzte legten das Sammeln von Kräutern und die Einnahme von Heilmitteln nach dem Mond und der Planetenstunde fest, und die Tradition der "Planetenkinder" wies jedem Planeten Temperamente, Speisen und Beschäftigungen zu. Nach dem Tacuinum zu leben hieß, die kleine Welt des Körpers mit der großen Welt der Himmel im Einklang zu halten.
Nach der Regel heute leben
Als Beschreibung statt als Vorschrift gelesen, lassen sich die sechs Non-Naturalia noch immer sauber auf die schlichten Stellhebel des Wohlbefindens abbilden: Luft und Umgebung, was du isst und trinkst, wie du dich bewegst und ruhst, wie du schläfst und das Wetter deiner Gefühle. Der alte Beitrag bestand in der Beharrlichkeit, dass die richtige Einstellung dieser Regler von Person zu Person verschieden ist, je nach Konstitution, was genau jene persönliche Lesart ist, die ein klassisches Gesundheitshoroskop wiederzugewinnen versucht.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Tacuinum Sanitatis?
Es ist ein mittelalterliches, illustriertes Gesundheitshandbuch, das aus Ibn Butlans arabischem Taqwim al-sihha aus dem elften Jahrhundert hervorging. Es stellt die Elemente eines gesunden Lebens dar, Speisen, Tätigkeiten, Wetter und Stimmungen, jeweils mit ihrer humoralen Qualität, und wurde berühmt für die prachtvollen Garten- und Küchenminiaturen seiner norditalienischen Abschriften.
Was sind die sechs Non-Naturalia?
Es sind Galens sechs beeinflussbare Kräfte auf die Gesundheit: Luft und Umgebung, Speise und Trank, Bewegung und Ruhe, Schlaf und Wachen, Fülle und Ausscheidung sowie die Leidenschaften der Seele. Sie gut zu handhaben, sollte die Säfte gemäß dem Temperament jedes Menschen im Gleichgewicht halten.
Ist die Gesundheitsregel ein medizinischer Rat?
Nein. Die klassischen Ärzte verstanden sie als einen historischen und symbolischen Rahmen zur Selbsterkenntnis, nicht als klinische Ernährungslehre.
Erkunde die Regel
Um das elementare Gleichgewicht und Temperament zu finden, das die Regel abstimmen würde, erstelle ein kostenloses Geburtshoroskop oder lies deine Konstitution über einen Gesundheitsbericht, der von klassischem Temperament ausgeht statt von Wahrsagerei. Für weitere traditionelle Technik, schlicht erklärt, durchstöbere den Blog.
