Kurze Antwort: Die behenischen Fixsterne sind eine Gruppe von fünfzehn Sternen, die die mittelalterliche Astrologie als besonders kraftvoll ansah. Man nutzte sie in der astrologischen Magie und bei der Herstellung von Talismanen. Für den Westen wurden sie am einflussreichsten von Heinrich Cornelius Agrippa in seinem Werk De Occulta Philosophia (1533) beschrieben. Dort erhält jeder Stern eine planetare Natur, einen Edelstein, eine Pflanze und ein magisches Siegel. Zu den fünfzehn zählen berühmte Namen wie Aldebaran, Algol, Regulus, Spica, Antares, Sirius und Vega.

Am Himmel stehen Tausende von Fixsternen. Die mittelalterliche Tradition behandelte jedoch eine kleine Handvoll als grundsätzlich anders, nicht bloß als besonders hell. Das waren die behenischen Sterne: fünfzehn Punkte am Himmel, denen man eine gebündelte planetare Kraft zuschrieb. Genau mit ihnen würde ein Magier auch tatsächlich arbeiten. Sie liegen am Treffpunkt von Astronomie, Astrologie und der älteren Kunst der Talismanfertigung.
Was "behenisch" bedeutet
Das Wort behenisch stammt von der arabischen Wurzel bahman, die man gewöhnlich als Wurzel oder Ursprung deutet. Der Name verweist auf die Herkunft der Tradition. Diese Sterne erreichten das mittelalterliche Europa über die arabische und hermetische Überlieferung. Es war derselbe Weg, über den so viel klassische Astronomie und Astrologie in den Westen gelangte, bevor die lateinische Gelehrsamkeit sie aufnahm.
Die Bezeichnung ist also nicht bloß schmückendes Beiwerk. Sie kennzeichnet einen Stern als einen der Wurzel- oder Grundsterne, also als Quelle, aus der eine bestimmte Tugend oder ein bestimmter Einfluss fließen sollte. Die fünfzehn wurden nicht zufällig gewählt. Es sind überwiegend die hellsten und am leichtesten wiedererkennbaren Sterne des Himmels, die jeder Beobachter schon mit bloßem Auge kennt.
Agrippa und De Occulta Philosophia (1533)
Die Liste in der Form, die der Westen kennt, stammt am einflussreichsten von Heinrich Cornelius Agrippa. Er legte sie in seinem De Occulta Philosophia dar, das 1533 vollständig gedruckt wurde. Agrippa erfand die Idee nicht. Er sammelte und ordnete ein älteres Erbe, das er selbst auf Hermes Trismegistus zurückführte. Doch sein Buch wurde zum Standardwerk, auf das sich spätere Astrologen und Magier beriefen.
Für jeden der fünfzehn Sterne verzeichnete Agrippa ein kleines Bündel von Entsprechungen:
- eine planetare Natur, also den Planeten oder die Planeten, deren Eigenschaft der Stern teilt
- einen zugehörigen Edelstein
- eine zugehörige Pflanze oder ein Kraut
- ein magisches Siegel oder Sigill, eine gezeichnete Figur, die zur Anfertigung eines Talismans diente
Hinter dem System steht der Gedanke der Entsprechung. Ein Stein, eine Pflanze, ein Stern und ein Planet könnten demnach eine gemeinsame Grundnatur teilen. Wer sie unter dem richtigen Himmel aufeinander ausrichtete, sollte diese Natur in einen physischen Gegenstand herabziehen können. Das ist die talismanische Tradition, und die behenischen Sterne waren ihr praktisches Werkzeug.
Die fünfzehn Sterne
Die behenische Gruppe versammelt fünfzehn Sterne, die über den ganzen Himmel verteilt sind. Die genauen Namen und Beschreibungen schwanken zwischen den Quellen leicht. Die Kernliste, wie Agrippa sie überliefert, lautet:
- Algol, das Haupt der Medusa im Perseus
- die Plejaden, der kleine Sternhaufen im Stier
- Aldebaran, das Auge des Stiers, im Stier
- Capella, der helle Stern des Fuhrmanns
- Sirius, der Hundsstern, der hellste am Nachthimmel
- Procyon, der Kleine Hund
- Regulus, das Herz des Löwen
- Alkaid, der Stern am Schwanz des Großen Bären
- Algorab, im Flügel des Raben (Corvus)
- Spica, die Kornähre in der Jungfrau
- Arcturus, der helle Stern des Bärenhüters
- Alphecca, das Juwel der Nördlichen Krone
- Antares, das Herz des Skorpions
- Vega, der herabstoßende Adler in der Leier
- Deneb Algedi, der Schwanz des Steinbocks
Liest man die Liste durch, fällt auf, wie weit sie sich über den Himmel spannt: von Stier und Perseus bis zum Steinbock, weit über und unter den Tierkreis hinaus. Alkaid im Großen Bären liegt sogar weit nördlich des Tierkreisgürtels.
Ein Planet für jeden Stern
Jedem behenischen Stern wurde die Natur eines oder zweier Planeten zugewiesen. So las die ältere Tradition jeden Fixstern durch eine planetare Linse. Einige Beispiele zeigen das Muster:
- Aldebaran trägt die Natur des Mars
- Regulus wird Jupiter und Mars zugeordnet
- Spica wird als Venus und Merkur gelesen
Diese Zuordnungen hatten einen praktischen Zweck. Wusste man, dass ein Stern die Natur von Venus und Merkur teilte, so wusste man auch, welche Planetenstunde, welches Metall und welche Symbolik dazu passten. Genau die brauchte man, wenn man mit der Tugend des Sterns arbeiten wollte. Die planetare Zuschreibung band den Stern in das größere Gefüge der Entsprechungen ein, statt ihn als vereinzelten Lichtpunkt stehen zu lassen.
Die behenischen Sterne und AstroAk
Dies ist dieselbe Fixstern-Tradition, die hinter den Fixstern-Deutungen von AstroAk steht. Mehrere der fünfzehn behandeln wir eigenständig, darunter Aldebaran, Algol, Regulus, Spica, Antares, Sirius und Vega. Für jeden zeichnen wir die Überlieferung und die Astrologie nach. Wenn Sie sehen möchten, wo diese hellen Sterne gegenüber den Planeten an Ihrem eigenen Himmel stehen, können Sie Ihr kostenloses Geburtshoroskop erstellen und die Fixsterne daneben lesen.
Ein ehrlicher Vorbehalt gehört dazu. Beschrieben wird hier die historische magische und talismanische Tradition, und zwar als lehrreiche Geschichte, nicht als Anleitung. Zusammensetzung und Benennung der Liste verschieben sich von Quelle zu Quelle ein wenig. Agrippas Kodifizierung von 1533 ist der entscheidende Bezugspunkt, nicht ein einzelner, unverändert überlieferter fester Kanon.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die behenischen Fixsterne?
Es handelt sich um eine Gruppe von fünfzehn Sternen, die die mittelalterliche Astrologie als besonders kraftvoll ansah und die in der astrologischen Magie und bei der Herstellung von Talismanen verwendet wurden. Der Name stammt von einer arabischen Wurzel, die Wurzel oder Ursprung bedeutet, und verweist auf ihre Überlieferung durch die arabische und hermetische Tradition.
Wer schuf die Liste der behenischen Sterne?
Die Liste wurde dem Westen am einflussreichsten von Heinrich Cornelius Agrippa in seinem De Occulta Philosophia überliefert, das 1533 gedruckt wurde. Er sammelte ein älteres Erbe, das er auf Hermes Trismegistus zurückführte, und gab jedem Stern eine planetare Natur, einen Edelstein, eine Pflanze und ein magisches Siegel. Die genaue Liste schwankt dabei zwischen den Quellen leicht.
Welche Sterne sind behenisch?
Die fünfzehn sind Algol, die Plejaden, Aldebaran, Capella, Sirius, Procyon, Regulus, Alkaid, Algorab, Spica, Arcturus, Alphecca, Antares, Vega und Deneb Algedi. Jeder wurde mit einem oder zwei Planeten verknüpft, zum Beispiel Aldebaran mit Mars und Regulus mit Jupiter und Mars.