Kurze Antwort: Abu Ma'shar al-Balchi (787 bis 886 n. Chr.), im Lateinischen als Albumasar bekannt, war der einflussreichste Astrologe der mittelalterlichen islamischen Welt und wirkte in Bagdad. Er verfasste bedeutende Werke, darunter die Große Einführung in die Astrologie, und verband die aristotelische Naturphilosophie mit der Praxis, den Himmel zu deuten. Als seine Bücher im 12. Jahrhundert ins Lateinische übersetzt wurden, wurden sie zu einem wirkmächtigen Kanal, durch den sowohl die Astrologie als auch die wiedergewonnenen Ideen des Aristoteles erneut in das mittelalterliche Europa gelangten.
Vieles, was die spätere europäische Astrologie und sogar die europäische Wissenschaft als selbstverständlich ansahen, überlebte nicht in einer ungebrochenen Linie aus der Antike. Es kehrte zurück, neu zusammengesetzt und durchdacht, über den Weg der mittelalterlichen islamischen Welt. Eine Gestalt steht im Zentrum dieser Rückkehr, und sein Name wurde im Westen zu Albumasar.
Wer Abu Ma'shar war
Abu Ma'shar al-Balchi lebte von 787 bis 886 n. Chr. und wirkte in Bagdad, der damaligen geistigen Hauptstadt der mittelalterlichen islamischen Welt. Er galt als der einflussreichste Astrologe jener Zeit, und sein Ruf reichte weit über sie hinaus.
Als seine Bücher Jahrhunderte später lateinische Leser erreichten, wurde sein Name als Albumasar latinisiert. Für Generationen mittelalterlicher europäischer Gelehrter stand dieser eine Name für die Autorität der Astrologie selbst.
Bagdad und das große Zeitalter der Übersetzung
Abu Ma'shar schrieb während einer bemerkenswerten Epoche der Gelehrsamkeit in Bagdad, als Texte aus griechischen, persischen und indischen Quellen gesammelt, übersetzt und zusammengeführt wurden. Die Astrologie war in diesem Umfeld kein Randthema. Sie stand inmitten der mathematischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen und wurde gemeinsam mit Astronomie und Philosophie studiert.
Dieses Umfeld prägte sein Werk. Statt ältere Techniken einfach zu sammeln, machte er es sich zur Aufgabe, sie zu ordnen und zu begründen, und schuf eine schlüssige Darstellung davon, wie und warum die Praxis funktionieren sollte.
Seine bedeutenden Werke
Zwei seiner Schriften besaßen besonderes Gewicht:
- Die Große Einführung in die Wissenschaft der Astrologie, auf Arabisch bekannt als Kitab al-mudkhal al-kabir. Dies war eine systematische Grundlegung der Disziplin, ein Referenzwerk, auf das spätere Astrologen immer wieder zurückgriffen.
- Ein Buch über die großen Konjunktionen von Jupiter und Saturn. Diese langsamen Begegnungen der beiden äußersten klassischen Planeten wiederholen sich über lange Zeiträume hinweg, und Abu Ma'shar nutzte sie, um die langen Rhythmen der Geschichte zu deuten, nicht die Angelegenheiten eines einzelnen Lebens.
Das Werk über die Konjunktionen ist bemerkenswert, weil es die Astrologie auf den größtmöglichen Zeitmaßstab vorantrieb und das langsame Drehen der Himmelskreise als Mittel verstand, den Aufstieg und Niedergang von Dynastien und Zeitaltern zu deuten.
Die Verbindung von Aristoteles und Astrologie
Was Abu Ma'shar auszeichnete, war nicht nur die Technik, sondern die Argumentation. Seine Schriften verbanden die aristotelische Naturphilosophie mit der Astrologie. Er vertrat die Auffassung, dass die Himmelskreise die sublunare Welt, die wandelbare Welt unterhalb des Mondes, durch natürliche Ursachen bewegen, nicht durch Magie oder willkürliche Verfügung.
Das war von enormer Bedeutung. Indem er den himmlischen Einfluss als Teil der gewöhnlichen Ordnung der Natur fasste, verlieh er der Astrologie ein achtbares philosophisches Fundament. Die Himmelskreise waren in seiner Darstellung schlicht die höchste Schicht eines einzigen zusammenhängenden Kosmos, und ihre Bewegung war eine der natürlichen Ursachen, die die Welt darunter bewegten.
Die Brücke zum mittelalterlichen Europa
Der entscheidende Moment kam später. Als Abu Ma'shars Bücher im 12. Jahrhundert ins Lateinische übersetzt wurden, wurden sie zu einem wirkmächtigen Kanal, durch den zwei Dinge zugleich in das mittelalterliche Europa zurückflossen: die Astrologie und die wiedergewonnenen Ideen des Aristoteles, die untrennbar mit ihr verbunden waren.
Für europäische Leser bedeutete die Begegnung mit Albumasar oft, zum ersten Mal seit Jahrhunderten auf ernsthafte Naturphilosophie zu treffen. Sein großer Einfluss auf den Westen ging gerade von diesen lateinischen Übersetzungen des 12. Jahrhunderts aus, nicht von einem direkten Kontakt, und das ist genau die Verbindung, die man im Blick behalten sollte.
Mit anderen Worten: Abu Ma'shar ist ein Schlüsselglied in der Kette der Überlieferung, die die klassische Tradition weitertrug. Aus derselben Linie sorgfältiger, technischer, philosophisch fundierter Astrologie schöpft AstroAk, wenn es ein Geburtshoroskop erstellt. Zu verstehen, woher diese Methoden stammen, gehört dazu, sie ernst zu nehmen, statt sie als Wahrsagerei zu behandeln.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Abu Ma'shar?
Abu Ma'shar al-Balchi (787 bis 886 n. Chr.), latinisiert als Albumasar, war der einflussreichste Astrologe der mittelalterlichen islamischen Welt und wirkte in Bagdad. Er verfasste grundlegende astrologische Werke und vertrat die Auffassung, dass die Himmelskreise durch natürliche Ursachen auf die Welt darunter einwirken.
Was schrieb Abu Ma'shar?
Zu seinen bedeutenden Werken zählen die Große Einführung in die Wissenschaft der Astrologie (der Kitab al-mudkhal al-kabir) und ein Buch über die großen Konjunktionen von Jupiter und Saturn, das er nutzte, um die langen Rhythmen der Geschichte zu deuten.
Warum war Abu Ma'shar für Europa wichtig?
Als seine Bücher im 12. Jahrhundert ins Lateinische übersetzt wurden, wurden sie zu einem wirkmächtigen Kanal, durch den sowohl die Astrologie als auch die wiedergewonnenen Ideen des Aristoteles erneut in das mittelalterliche Europa gelangten, was ihn zu einer zentralen Gestalt in der Überlieferung der klassischen Tradition macht.
